- 23 Dec, 2025
- Coding
- By Stefan Antonelli
7 Vibe Coding Tools im Überblick: Von Antigravity bis Windsurf
„Vibe Coding“ steht für einen neuen Ansatz in der Softwareentwicklung. Statt jede Zeile selbst zu schreiben, arbeitest du im Dialog mit KI. Ideen, Code, Refactoring und sogar Tests entstehen iterativ im Zusammenspiel mit intelligenten Tools. Für Unternehmen bedeutet das kürzere Entwicklungszeiten, schnellere Prototypen und eine deutlich niedrigere Einstiegshürde für neue Produkte.
In dieser Beitragsserie schauen wir uns die aktuell relevantesten Vibe Coding Tools an. Der Fokus liegt auf Praxisnutzen, Stärken und realistischen Einsatzszenarien für Entwickler, Tech-Leads und Entscheider. Grundlage sind eigene Recherchen sowie Inhalte aus der begleitenden Video-Serie.
Cursor ist der Vibe Coding Klassiker für VS-Code-Nutzer
Cursor ist ein Fork von Visual Studio Code. Das heißt, der Code von VS Code wurde übernommen und eigenständig weiterentwickelt. Für viele Entwickler ist genau das der größte Vorteil. Man bleibt in einer vertrauten Umgebung, bekommt aber deutlich stärkere KI-Funktionen.

Besonders überzeugend ist der Chat. Cursor versteht nicht nur einzelne Dateien, sondern ganze Projekte. Du kannst größere Codebasen einbinden und die KI weiß, welche Funktionen existieren, wie das Projekt aufgebaut ist und was logisch als Nächstes folgen könnte. Zusätzlich lassen sich verschiedene Modelle nutzen, etwa GPT-Modelle oder Claude.
Cursor eignet sich vor allem für Entwickler, die VS Code bereits täglich nutzen und eine robuste, produktionsnahe Lösung suchen, ohne ihr Setup komplett umzustellen.
Windsurf bedeutet agentisches Coding mit Fokus auf Automatisierung
Windsurf geht einen Schritt weiter in Richtung agentisches Arbeiten. Neben klassischem Autocomplete gibt es Funktionen wie Supercomplete und den sogenannten Cascade Mode. Damit übernimmt die KI nicht nur Code-Vervollständigung, sondern auch Build-, Debug- und Fix-Prozesse.

Das Tool versucht, größere Aufgaben eigenständig abzuarbeiten. Du definierst ein Ziel und Windsurf arbeitet iterativ daran, inklusive Ausführen und Anpassen des Codes. Das ist mächtig, erfordert aber auch ein Umdenken im Workflow.
Ideal ist Windsurf für Entwickler, die experimentierfreudig sind und KI bewusst größere Aufgabenpakete überlassen wollen, etwa beim Prototyping oder bei Skript- und Automatisierungsaufgaben.
Google Antigravity kann mehrere KI-Agenten parallel orchestrieren
Antigravity ist Googles Antwort auf agentische Entwicklungsumgebungen. Ebenfalls ein VS-Code-Fork, allerdings mit einem klaren Fokus auf Multi-Agent-Workflows. In einer separaten Manager-Ansicht lassen sich mehrere Gemini-Agenten parallel steuern.

Diese Agenten können planen, Artefakte erzeugen und sogar browserbasierte Tests durchführen. Antigravity eignet sich besonders für komplexe, mehrstufige Aufgaben, bei denen Planung, Umsetzung und Validierung ineinandergreifen.
Da das Tool noch sehr jung ist, sollte man Security- und Governance-Aspekte im Business-Kontext sorgfältig prüfen. Für Power-User und Teams mit starkem Fokus auf Google-Technologien ist Antigravity dennoch extrem spannend.
Lovable hilft dir von der Idee zum MVP in Stunden
Lovable richtet sich weniger an klassische IDE-Nutzer, sondern an Gründer und Produktteams. Das Prinzip ist einfach: Prompt eingeben und eine funktionierende Full-Stack-App erhalten. Frontend basiert auf React und Tailwind, das Backend auf Supabase inklusive Authentifizierung und Datenbank.

Der große Vorteil liegt in der Geschwindigkeit. Innerhalb kürzester Zeit entstehen MVPs, die echter Code sind und per GitHub weiterentwickelt werden können. Der Nachteil ist der relativ feste Tech-Stack.
Lovable ist ideal, wenn es darum geht, Geschäftsideen schnell zu validieren oder interne Tools mit überschaubarem Architekturanspruch zu bauen.
v0 von Vercel bringt extrem schnelles UI-Prototyping
v0 ist ein generativer UI- und App-Builder aus dem Vercel-Ökosystem. Aus Text-Prompts entstehen React- oder Next.js-Komponenten inklusive Tailwind und shadcn UI. Das Ergebnis ist moderner, produktionsnaher Code mit Live-Preview.

Der Fokus liegt klar auf Frontend und User Interface. Backends jenseits typischer Patterns müssen meist ergänzt werden. Für Teams, die ohnehin auf Next.js und Vercel setzen, ist v0 ein massiver Produktivitäts-Booster.
Besonders stark ist v0 für Design-nahe Entwickler und Produktteams, die schnell klickbare Prototypen oder erste produktionsfähige Oberflächen benötigen.
Replit AI Agent ist Coding komplett im Browser
Replit kombiniert Cloud-IDE und KI-Agent. Alles läuft im Browser, inklusive Runtimes, Abhängigkeiten und Deployments. Der AI Agent kann Projekte initial aufsetzen, Fehler beheben und beim Debugging unterstützen.

Das macht Replit besonders attraktiv für schnelles Prototyping, Education und kleinere Projekte. Für komplexe Enterprise-Setups ist die Kontrolle über die Umgebung jedoch begrenzt.
Replit eignet sich gut, wenn lokale Setups Zeit kosten oder bewusst vermieden werden sollen.
GitHub Copilot ist der pragmatische Einstieg für bestehende Teams
GitHub Copilot ist für viele der Einstieg in KI-gestütztes Coding. Die Integration in VS Code und JetBrains ist nahtlos, der Kontext aus bestehenden Repositories wird sehr gut genutzt. Mit Chat und ersten agentischen Funktionen entwickelt sich Copilot kontinuierlich weiter.

Im Vergleich zu Cursor oder Antigravity ist Copilot weniger eine eigene Vibe-Coding-Umgebung, sondern ein sehr leistungsfähiger Assistent. Genau das macht ihn für Teams attraktiv, die bestehende Workflows mit minimaler Reibung verbessern wollen.
Copilot ist besonders geeignet für Unternehmen, die GitHub und VS Code bereits standardisiert einsetzen.
Fazit
Welches Vibe Coding Tool passt zu deinem Business? Vibe Coding ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein fundamentaler Wandel in der Softwareentwicklung. Die Tools unterscheiden sich stark in Philosophie und Zielgruppe:
- Cursor für produktionsnahes Arbeiten im vertrauten Editor
- Windsurf und Antigravity für agentische, experimentelle Workflows
- Lovable und v0 für extrem schnelle MVPs und UI-Prototypen
- Replit für browserbasiertes Prototyping
- Copilot für den pragmatischen Einstieg im Team
Für Entscheider gilt: Nicht das Tool ist entscheidend, sondern der Anwendungsfall. Wer Vibe Coding strategisch einsetzt, kann Entwicklungszyklen verkürzen, Innovationskosten senken und Teams spürbar entlasten.
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