KI-Agenten im Vergleich: Claude Duet, ChatGPT Dots, Meta Muse, Grok Bot und Google Spark
  • 23. Oktober 2026
  • Künstliche Intelligenz
  • By Stefan Antonelli

KI-Agenten im Vergleich: Claude Duet, ChatGPT Dots, Meta Muse, Grok Bot und Google Spark

Wir sind in der Zeit der KI-Agenten angekommen. OpenAI hat die ChatGPT Dots, Meta hat Muse, xAI hat Grok Bot und Google hat Spark (heißt in der App inzwischen Task). Seit dem 21. Oktober gibt es von Anthropic auch Claude Duet.

Im Kern sind das alles KI-Agenten, die in der Cloud laufen und weiterarbeiten, wenn du Notebook oder App längst zugeklappt hast. Typische Büroaufgaben wie E-Mails sortieren, bei Angeboten nachfragen oder Termine abstimmen kannst du damit delegieren.

In diesem Beitrag vergleichen wir die fünf Agenten und zeigen, was sie gemeinsam haben, wo ihr Schwerpunkt liegt, was sie kosten und welcher davon in Deutschland überhaupt verfügbar ist.

Stand 23.10.2026. Namen, Tarife und Regionen ändern sich bei den Agenten gerade fast wöchentlich.

KI-Agenten im Vergleich
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Die fünf Agenten im Überblick

Die Spalte Fokus ist unsere Einordnung, die Preise sind US-Preise pro Monat.

AgentFokusPakete, Preise und Verfügbarkeit
ChatGPT Dots (OpenAI)AllrounderPro: im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien ausgeschlossen; Business Premium: laut Berichten rund 100 $ pro Nutzer, auch in Deutschland; Enterprise: als Beta
Muse (Meta)Alltag und Einkauf, eher für PrivatkundenGrundversion kostenlos; Power: 20 $; Maximum: 100 $; nur in den USA
Grok Bot (xAI)Rollen-Bots, zum Beispiel für Salesnur im Paket mit Cursor oder SuperGrok; Cursor Premium Teams: 120 $ pro Sitz; Cursor Ultra: 200 $; SuperGrok Heavy: 300 $; keine offizielle EU-Freigabe
Gemini Spark (Google)Gmail, Kalender und DriveGoogle AI Pro: 19,99 $; Google AI Ultra: 99,99 $; nur private Konten, keine Workspace-Konten; gesperrt im EWR, in der Schweiz, in Großbritannien und in Nigeria
Claude Duet (Anthropic)Business und Dokumentein Pro und Max enthalten; Zugang über Warteliste; nur in den USA

Was alle fünf gemeinsam haben

So unterschiedlich die Schwerpunkte sind, technisch funktionieren die Agenten ähnlich.

  • Ein eigener Rechner in der Cloud. Jeder Agent arbeitet in einer eigenen virtuellen Maschine mit Browser. Deshalb läuft die Arbeit weiter, auch wenn dein Notebook längst aus ist.
  • Anbindung an Tausende Apps. Postfach, Kalender, Dateiablage, CRM oder Buchhaltung sind über fertige Schnittstellen erreichbar. Claude Duet bringt zum Beispiel über 6.000 Konnektoren und Plugins mit.
  • Deine Freigabe vor heiklen Schritten. Bevor ein Agent etwas sendet, bezahlt oder löscht, fragt er dich.

Was einen Agenten grundsätzlich von einem Chatbot unterscheidet und wo Agenten im Backoffice heute schon tragen, steht im Beitrag zu Agentic AI im Mittelstand.

Die Agenten im Einzelnen

ChatGPT Dots von OpenAI

OpenAI hat die Dots am 29. September 2026 gestartet, sie laufen auf GPT-6 Astra. Wir sehen Dots als Allrounder, mit dem du alles Mögliche erledigen kannst.

Bei den Tarifen lohnt ein genauer Blick, denn hier entscheidet sich, ob du die Dots in Deutschland nutzen kannst. Enthalten sind sie im Abo Pro, im Tarif Business Premium und als Beta in Enterprise. Pro ist im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und in Großbritannien ausgeschlossen. Business Premium gibt es dagegen in allen Regionen, in denen ChatGPT verfügbar ist, also auch bei uns. Einen offiziellen Preis dafür nennt OpenAI nicht, laut Berichten sind es rund 100 Dollar pro Nutzer und Monat (OpenAI, Betanews).

Meta Muse

Meta hat Muse am 8. September 2026 gestartet, seit dem 29. September gibt es zusätzlich Muse for Small Business. Trotzdem richtet sich Muse eher an Privatkunden, mit Aufgaben aus dem Alltag und einem Fokus auf E-Commerce. Den Checkout wickelt Muse über Link von Stripe ab. Nutzen lässt sich der Agent im Browser, als App und direkt in WhatsApp.

Die Grundversion ist kostenlos, dazu kommen die Tarife Power für 20 Dollar und Maximum für 100 Dollar im Monat. Muse gibt es nur in den USA (TechCrunch). Warum Amazon den Agenten beim Einkaufen aussperrt, steht im Beitrag zu Agentic AI im Mittelstand.

Grok Bot von xAI

Grok Bot ist seit dem 11. August 2026 als Beta verfügbar. Er kommt von xAI, das inzwischen als SpaceXAI zu SpaceX gehört, genau wie seit Juni das Programmierwerkzeug Cursor. Einzeln buchen lässt sich Grok Bot nicht. Es gibt ihn nur im Paket, mit Cursor Premium Teams für 120 Dollar pro Sitz, mit Cursor Ultra für 200 Dollar oder mit SuperGrok Heavy für 300 Dollar im Monat.

Seine Stärke sind bestimmte Workflows. Dafür gibt es Rollen-Bots wie Sales Outbound, der Firmen recherchiert, Kontakte bewertet, Anschreiben entwirft und alles zur Freigabe vorlegt. Ein Bot in der Rolle Chief of Staff koordiniert die anderen (VentureBeat). Einen offiziellen Start in der EU gibt es bisher nicht.

Google Spark (heißt in der App inzwischen Task)

Google hat Spark am 19. Mai 2026 auf seiner Entwicklerkonferenz I/O vorgestellt. Am 12. und 13. Oktober folgte in der Gemini-App die Umbenennung in Task. Unter dem alten Namen findest du den Agenten dort nicht mehr (9to5Google). Seine Stärke spielt Spark aus, wenn dein Betrieb ohnehin mit Gmail, Kalender und Drive arbeitet.

Spark steckt in Google AI Pro für 19,99 Dollar und in Google AI Ultra für 99,99 Dollar im Monat, allerdings nur für private Google-Konten. Workspace-Konten sind ausgeschlossen. Im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz, in Großbritannien und in Nigeria ist Spark gesperrt (Google, PPC Land). Ein Betrieb mit Google Workspace scheitert in Deutschland also gleich zweimal, an der Region und am Firmenkonto.

Claude Duet von Anthropic

Claude Duet ist der jüngste Agent im Vergleich. Anthropic hat ihn am 21. Oktober 2026 als Research Preview vorgestellt, also als frühe Vorschau, und er basiert auf Opus 5.5. Der Fokus liegt aus unserer Sicht auf Business und Dokumenten. Duet ist quasi dein Assistent fürs Office, gedacht für Selbstständige und kleine Firmen. Als Beispiele nennt Anthropic ein Morgen-Briefing zu Postfach und Kalender, Antwortentwürfe zur Freigabe und Zahlungserinnerungen für offene Rechnungen.

Duet ist in den Abos Pro und Max enthalten und nutzt die Limits des jeweiligen Abos. Die Tarife Team und Enterprise sind noch nicht dabei. Für den Zugang gibt es eine Warteliste, und verfügbar ist Duet nur in den USA. Es gibt Apps für iOS und Android, und am Rechner läuft Duet im Browser über claude.ai (Claude, CNBC).

Was das für Betriebe in Deutschland heißt

In den USA ist das meiste schon verfügbar, Europa kommt traditionell etwas später. Offiziell bekommst du in Deutschland aktuell nur ChatGPT Dots, und das auch nur im Tarif Business Premium.

Selbst wenn die anderen Agenten hier starten, ist nicht jeder Tarif für den Einsatz im Betrieb gedacht. Google Spark gibt es nur für private Google-Konten, Claude Duet steckt in den Abos Pro und Max für Privatpersonen. Für Kundendaten im Betrieb raten wir ausschließlich zu Business-Tarifen mit Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Warum, steht in unserem Beitrag zu Datenschutz bei ChatGPT und Claude.

Bei Agenten wiegt das noch schwerer als im Chat. Ein Agent liest nicht nur, was du ihm schickst, sondern arbeitet selbst in Postfach, Kalender und Ablage. Warum dabei die Rechte wichtiger sind als Regeln im Prompt, steht im Beitrag KI-Agent löscht Firmendatenbank in 9 Sekunden. Und jede Mail, die er dabei liest, kann Anweisungen enthalten, die nicht von dir stammen. Mehr dazu im Beitrag zu Prompt Injection.

Bevor du ein eigenes Setup baust

Die wichtigste Botschaft fürs Business gilt trotzdem schon heute. Wer sich gerade aufwendige eigene Lösungen für einzelne Aufgaben baut, etwa für die Mailsortierung, die Terminabstimmung oder das Nachfassen bei Angeboten, sollte kurz innehalten. Genau solche Aufgaben übernehmen die Agenten der großen Anbieter. Ein kompliziertes Eigen-Setup ist deshalb in ein paar Wochen eventuell überholt.

Das heißt nicht, dass jede Automatisierung überflüssig wird. Abläufe, die jedes Mal gleich enden sollen, laufen mit einem klassischen Workflow in n8n weiterhin zuverlässiger als mit einem Agenten. Warum das so ist, steht im Beitrag Script statt Prompt. Entscheidend ist, welches Werkzeug zu welcher Aufgabe passt.

Fazit

Jeder große KI-Anbieter hat jetzt einen Agenten, der in der Cloud weiterarbeitet und typische Büroaufgaben übernimmt. Die Schwerpunkte unterscheiden sich, vom Allrounder Dots über Spark im Google-Ökosystem bis zu Duet als Assistent fürs Office. Offiziell gibt es in Deutschland bisher nur ChatGPT Dots, und das nur im Tarif Business Premium. Wer jetzt ein aufwendiges eigenes Setup für eine einzelne Aufgabe plant, sollte vorher prüfen, ob ein Standard-Agent sie bald von Haus aus übernimmt.

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